Microneedling: Straffe Haut dank kleiner Nadeln?

Kleine Nadeln für eine straffere, feinere Haut? Anti-Aging-Effekt durch winzig kleine Verletzungen? Das klingt vielversprechend aber auch etwas schmerzhaft. Die Beautybehandlung Microneedling steht seit einiger Zeit hoch im Kurs und soll gegen Falten, Akne-Narben und Hyperpigmentierung Wunder wirken. Was ist dran?

Wir erklären Dir, wie Microneedling funktioniert, welche Unterschiede und Risiken es gibt und unter welchen Umständen Du einen großen Bogen um diese Behandlung machen sollest.

Was ist Microneedling und wie funktioniert es?

Zurück zum Start – was genau ist Microneedling eigentlich? Es handelt sich dabei um eine ästhetische, minimal-invasive Behandlung, die zu einer ebenmäßigeren Haut verhelfen soll.

Dabei werden sehr kleine Nadeln in die Haut eingeführt, das passiert mithilfe eines  Dermarollers (auch Micro-Needle-Roller) oder mit einem elektrischen Stift mit vibrierenden Nadeln an der Spitze, ein so genannter Microneedling-Pen bzw. Dermapen. Die Nadeln dringen bis zu 1000 Mal pro Minute in die Haut ein! Durch diese Anwendung wird die Haut stimuliert, was zum einen die Produktion von Kollagen und Elastin in der Haut ankurbelt. Zum anderen ist die Haut mit den winzig kleinen Verletzungen besonders aufnahmefähig für Wirkstoffe.

Das Microneedling wird zwar in den meisten Fällen an der Gesichtshaut durchgeführt, doch auch an anderen Stellen ist die Anwendung möglich – beispielsweise am Po gegen Dehnungsstreifen oder an den Händen gegen Pigmentflecken.

Eine Behandlung, die häufig eng mit dem Microneedling in Verbindung steht und teilweise sogar als die gleiche Behandlung bezeichnet wird, ist die Mesotherapie. Dabei Mesotherapie werden Wirkstoffe wie Hyaluronsäure von außen in die oberen Hautschichten eingearbeitet – nach dem Microneedling funktioniert das besonders gut. Das Microneedling bildet quasi die Grundlage dafür, dass die Wirkstoffe in der Mesotherapie in die Haut eingearbeitet werden können.

Step by Step: So läuft die Behandlung ab

Damit Du weißt, was Dich beim Microneedling erwartet, gehen wir die Schritte einzeln durch. Das Wichtigste vorab: Ein Microneedling erfordert maximale Hygiene, damit keine Bakterien, Viren und Schmutz in die Haut eindringen. Aus diesem Grund sind die kleinen Nadelwalzen einzeln, steril verpackt und werden nach einmaligem Gebrauch entsorgt. Wenn Du in einen Salon kommst, der schmuddelig aussieht und an dessen Hygienestandards Du zweifelst, geh lieber direkt wieder raus.

So, los geht’s!

Step 1: Auftragen einer Betäubungscreme. Ganz schmerzfrei ist die Behandlung nicht, deshalb wird die betäubende Creme aufgetragen und muss etwa 20 Minuten auf der Haut bleiben, bis sie wirkt. Doch keine Angst: Die Meisten beschreiben den Schmerz als gut auszuhalten.

Step 2: Reinigung der Haut. Die Betäubungscreme wird wieder entfernt, die Haut gründlich gereinigt und auf das Needling vorbereitet.

Step 3: Einsatz des Dermarollers oder Dermapens. Nun geht es ans Eingemachte! Das Gerät wird über die Haut geführt und die feinen Nadeln dringen in die Epidermis und die Dermis ein – je nachdem, wo die Behandlung stattfindet, zwischen 0,5 und 4 Millimeter tief. Das führt unweigerlich zu einer leichten Blutung der Haut.

Step 4: Zeit für Wirkstoffe! Die kleinen Verletzungen führen auch dazu, dass die Haut besonders aufnahmefähig ist – der perfekte Zeitpunkt, um Wirkstoffe in die Haut einzuschleusen, beispielsweise Hyaluronsäure oder Antioxidantien wie Vitamin C. Teilweise werden sie als Seren aufgetragen, manchmal auch als Maske. Anschließend braucht die Haut vor allem Eines: Ruhe!

Die ganze Behandlung dauert 30 bis 60 Minuten. Kostenpunkt: 200 bis 1200 Euro. Diese stark variierenden Preise sind auf den Unterschied zwischen Kosmetiker*in und Dermatolog*in sowie auf den Standort zurückzuführen. Eine gängige Empfehlung sind 4-6 Anwendungen im Abstand von etwa 14 Tagen.

Nach dem Microneedling: Sei sanft zu Deiner Haut

In den meisten Fällen haben die Behandelten nur leichte Rötungen und Schwellungen, die innerhalb weniger Stunden oder Tage abklingen. Auch, wenn Du die Behandlung super vertragen hast und Deine Haut sich gut anfühlt, solltest Du ihr danach etwas Schonzeit gönnen.

In den 3 bis 4 Tagen nach der Behandlung musst Du Deine Haut ganz besonders vor der UV-Strahlung schützen, denn sie ist in der Zeit anfälliger für Pigmentflecken. Sonnenbaden und Solarium sind tabu, genau wie Schwimmbadbesuche, Sauna oder Sport bei Höchstleistungen.

Hinsichtlich der Pflege solltest Du für mindestens 3 Tage nach der Behandlung keine Peelings (weder mechanische noch chemische), keinen Selbstbräuner und keine alkoholischen Reinigungsprodukte anwenden.

Gönn Deiner Haut die Regenerationszeit, um die bestmöglichen Ergebnisse von der Behandlung zu bekommen.

Gut zu wissen: Wenn Du gerne ein Microneedling machen lassen möchtest, sind die kommenden Monate mit weniger Sonne genau die richtigen für die Behandlung. Die dicken Wolken helfen Dir, Deine Haut vor UV-Strahlung zu schützen. Lichtschutzfaktor sollte aber trotzdem auf der Tagesordnung stehen.

Für wen ist Microneedling geeignet?

Microneedling ist insgesamt eine sichere und effektive Behandlung für viele Hautprobleme und kann helfen, das Hautbild zu verbessern und ihr Aussehen jünger und strahlender zu machen. Dennoch gibt es einige Fälle, in denen vom Microneedling abgesehen werden sollte:

  • Bei akuter Akne oder Entzündungen an der Haut
  • Bei Herpes
  • Bei Wunden
  • Bei Rosazea oder Neurodermitis
  • Während der Einnahme blutverdünnender Medikamente
  • Bei sehr sensibler Haut

In jedem Fall solltest Du vor einem Microneedling eine individuelle Beratung in Anspruch nehmen, denn jede Haut ist anders – möglicherweise ist eine andere Hautbehandlung (gerade) besser für Dich geeignet.

DIY, nein danke! Lass Dich professionell behandeln

Auf dem Menü von fast jedem Kosmetiksalon und jeder dermatologischen Praxis findest Du mittlerweile das Microneedling. Sei Dir sicher: Es gibt gewaltige Unterschiede in der Qualität.

Vor allem gibt es einen ganz basalen Unterschied, der direkt mit dem Ergebnis der Behandlung zusammenhängt. Wie tief die behandelnde Person mit der kleinen Nadel in die Haut stechen darf, hängt von der Qualifikation ab. Dermatolog*innen dürfen mit den Nadeln bis zu 3 mm in tief in die Haut eindringen (medizinisches Microneedling), Kosmetiker*innen nur bis zu 0,5 mm (kosmetisches Microneedling).

Von einem Dermaroller aus der Drogerie raten wir Dir ab. Nicht nur, weil Du Dir damit Verletzungen zuziehen kannst, sondern auch weil er im Vergleich zu den Profi-Behandlungen einpacken kann. 

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Bild: iStock

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