Fake-News im Lash-Business: Von der Wahrheit und der Lüge

Medien und die Wahrheit – das ist schon so eine Sache. Fake-News lauern nicht nur auf Social-Media-Kanälen, sondern auch auf den Websites von durchaus etablierten und bekannten Nachrichtenmagazinen. Kann man den Fakten, die da draußen im Internet freigelassen werden noch vertrauen? Wir finden: ständiges Hinterfragen beim Lesen ist Pflicht. Fake-News lauern überall. Auch dort, wo man sie eigentlich nicht vermutet.

Erst vor einigen Wochen sind wir auf einen Online-Artikel eines Privatfernsehsenders gestoßen. Einen Artikel, der uns extrem gefesselt hat. Jedoch ganz und gar nicht, weil er uns vollends überzeugt hat. Nicht, aufgrund einer überragenden Recherchearbeit. Und auch nicht, weil er die Wahrheit vermittelt. Der Artikel hat uns wirklich erschüttert. Warum? Das verraten wir Euch jetzt.

Steht die Gesundheit an letzter Stelle?

Es ist davon auszugehen, dass ein solcher Artikel von Frauen gelesen wird, die darüber nachdenken, etwas an ihrem Wimpern-Look zu verändern. Eventuell interessieren sie sich sogar für eine Wimpernverlängerung, wissen aber nicht, worauf bei diesem Thema zu achten ist. Leider handelt es sich bei diesem Artikel weniger um eine seriöse Informationsgrundlage, sondern eher um einen schlecht recherchierten Text, der völlig missverständlich aufgebaut ist. Hier können sich Frauen einen enormen Schaden zufügen. Denn es wird gesagt, dass man sich Wimpernextensions auch ganz einfach selbst zu Hause machen kann. Das entspricht nicht der Wahrheit. Temporär aufkleben? Ja. Langfristig tragen? Nein. Wer das wagt, spielt mit seiner Gesundheit und bringt seine Augen in Gefahr. Eigentlich sollten große Medienhäuser Unwissende nicht darin bestärken, ein so sensibles Handwerk einfach mal an sich selbst auszuprobieren.

Geiz ist geil

Eine dauerhafte Wimpernverlängerung sei laut Artikel das Teuerste, was man sich gönnen könne. Das ganze Geld könne man sich sparen und die Wimpernverlängerung ganz einfach selber machen. Die Applikation soll ganz einfach gehen, quasi im Handumdrehen. Dass dafür viel Erfahrung nötig ist und dass man neben Übung auch Geschick und vor allem Know-how benötigt, wird vorsichtshalber lieber nicht erwähnt. Vergessen sollte man aber nicht, dass es sich um ein sehr filigranes Handwerk handelt, das falsch ausgeführt erheblichen Schaden anrichten kann. Professionelle Lash Stylisten haben nicht nur Ahnung vom Applizieren der Wimpern, sondern auch vom Körper des Menschen. Sie kennen sich mit der Anatomie des Auges aus und wissen genau, was ihnen und den feinen Härchen guttut und was nicht.

Dauerhafte Wimpernverlängerung vs. Fake Lashes

Halten wir also nochmal fest: Eine Wimpernverlängerung selbst ankleben – das soll ganz einfach sein. Im weiteren Verlauf des Textes werden die Utensilien erwähnt, die man für das DIY am Auge benötigt. Und dabei handelt es sich – wie sollte es auch anders sein – um “nur wenige Dinge”. Eine Pinzette, einen Wimpernkleber (für dauerhaften Halt) und Wimpern in Büschel- oder Kranzform aus der Drogerie. Das hat leider überhaupt nichts mit Wimpernextensions zu tun. Man unterscheidet zwischen einer dauerhaften Wimpernverlängerung und Büschelwimpern und -kränzen für Zuhause – zum Tragen für einen Tag/Abend. Bei einer professionellen Wimpernverlängerung werden Fasern einzeln auf die Naturwimpern appliziert, um ein natürliches Ergebnis zu erzielen. Mal abgesehen von dem gesundheitlichen Risiko, sich selbst Wimpern zu applizieren, erzielt man mit Büscheln oder Kränzen alles andere, aber keinen natürlichen Wimpern-Look. Und auch, dass man sich die Wimpern vorher färben sollte, ist falsch. In unserem Wimpernstudio können sich unsere Kundinnen – wenn sie es möchten – die unteren Wimpern färben.

Gefahr durch Wimpernkleber für dauerhaften Halt

Besonders erschrocken haben wir uns über die folgende (weitere) Fehlinformation: Für das Lash-DIY benötige man Wimpernkleber für einen dauerhaften Halt. Stopp, wir drücken unseren imaginären Buzzer! Wimpernkleber für einen dauerhaften Halt darf unter keinen Umständen am offenen Auge angewandt werden, da das Cyanoacrylat mal mehr, mal weniger Dämpfe haben und das Auge enorm reizen kann. Solche Wimpernkleber gehören ausschließlich in die Hände von Profis mit langjähriger Erfahrung. Es ist wichtig, die Qualitätsunterschiede zu kennen. Generell sind Kleber aus der Drogerie vollkommen okay, um sich für einen Abend Fake Lashes anzukleben. Doch dieser hält auch wirklich nur maximal 2 Tage, ist anders zusammengesetzt und leicht wasserlöslich.

Übrigens: Auch das eigenmächtige Entfernen einer Wimpernverlängerung kann Risiken bergen. Hier verraten wir, warum.

Anleitung mit gefährlichen Schwachstellen

Schöne Wimpern soll man laut Text in nur vier Schritten erzielen können:

1. Die Haut an den Wimpern soll von Fett befreit werden und keine Make-up-Rückstände aufweisen. Hier geht es schon falsch los: Büschelwimpern sollte man viel eher an das restliche Make-up anpassen, da sie nicht immer alltagstauglich sind und doch künstlich aussehen.

2. Anschließend solle man sich etwas Wimpernkleber auf ein Stück Plastikfolie geben – zur idealen Vorbereitung. Aber: Kleber tut man nicht auf ein Stück Folie, sondern auf eine glatte, fusselfreie und saubere Oberfläche.

3. Jetzt könne man laut Artikel sofort mit dem Kleben beginnen. Dafür solle man die Wimpern mit einer Pinzette entnehmen und in den Kleber eintunken. Ja, einfach eintunken, aber nicht zu viel. Sonst wären unschöne Klebepunkte am Wimpernkranz die Folge. Ach, wenn es doch nur das wäre! Auch die richtig gewählten Längen und Stärken der Wimpern spielen hier keine Rolle.

4. Ist der Kleber aufgegeben, müsse man die Wimpernextensions nur unterhalb oder zwischen Ihren Wimpern am Wimpernkranz aufkleben. Das Problem: Kein (ungeübter) Mensch kriegt eine Faser sauber auf eine Naturwimper gesetzt, die Naturwimpern werden sofort verklebt. Viel schlimmer ist es aber noch, am offenen Auge mit einem solchen (chemischen) Kleber zu arbeiten. Normalerweise müssen die Augen immer sicher verschlossen bleiben.

Alles fürs Ranking

SEO gut, alles gut? Ja, genauso sehen es leider viele Redaktionen. Obwohl das völlig veraltet ist und zu Fehlinformationen führen kann. Für das ideale Ranking bei den Suchmaschinen werden nicht wahrheitsgemäße und, tja, einfach unsinnige Keyword-Kombinationen in Artikel verpackt. Oder gar ganze Themen um sinnbefreite Keywords gesponnen. Auch wenn das Suchvolumen immens hoch ist, sollte man bei solchen Themen gar nicht erst darüber nachdenken, dazu eine Anleitung bereitzustellen, vor allem nicht, wenn es die Gesundheit gefährden könnte.

Dass damit auch immer eine große Prise Unglaubwürdigkeit mitschwingt, vergessen einige Schreiberlinge leider viel zu oft. Bitte, schreibt weiter. Aber über die richtigen Themen, angereichert mit Fakten. Und Wahrheit. Das ist alles, was zählt. Dann folgen auf schlechte Zeiten auch wieder gute Zeiten.

Also, ab zum Profi: Hier verraten wir Euch, wie Ihr den richtigen Anbieter für Eure Wimpernwünsche findet!

 

 

 

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