Trendwirkstoff Kollagen: Was bringt es in Pflege und Ernährung?

Kollagen scheint derzeit DER Trend Wirkstoff zu sein, nicht nur in Pflegeprodukten, sondern auch immer häufiger in Form von Nahrungsergänzungsmitteln wie Kapseln oder Pulvern. Bei so viel Hype schauen wir mal genauer hin: Wirkt das Kollagen wirklich so verjüngend und intensiv, wie in vielen Werbeversprechen angepriesen. 

Kollagen: Das Top-Protein unseres Körpers

Kollagen ist das Protein, das in unserem Körper am häufigsten vorkommt. Es ist mitverantwortlich für die Elastizität und Festigkeit unserer Zellen, lässt unsere Haut dadurch straff aussehen. Das große Problem: Mit steigendem Alter sinkt das Kollagen Vorkommen in unserem Körper. Schon ab unseren frühen Zwanzigern wird Kollagen im Körper abgebaut und der Kollagengehalt sinkt um etwa 1% im Jahr. So wird die Haut mit der Zeit faltiger, schlaffer und fahler. Wäre es nicht traumhaft schön, mit einer Kapsel oder Creme einfach wieder die Kollagen Speicher auffüllen zu können und das Altern der Haut somit zu verhindern? 

Woraus Kollagen für die Industrie gewonnen wird

Kollagen, das wir als Nahrungsergänzungmittel aufnehmen, kann übrigens nicht vegan sein, denn es wird aus Schlachtabfällen von Schweinen und Rindern gewonnen wird. Klingt erstmal wenig appetitlich, aber die Tiere haben es, genau wie wir, in ihrem Körper und wir Menschen “klauen” es uns sozusagen. 

Wundermittel oder Hokus Pokus?

Schlechte Nachricht: Die Kollagen-Rechnung geht so einfach nicht auf. Sprich, das Kollagen, das wir uns in Cremes auf die Haut auftragen oder durch Pülverchen zu uns nehmen, kann laut aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaft nicht 1:1 vom Körper übernommen werden. Schauen wir uns zuerst mal die Wirkungsweise in Cremes an. Dafür ist es wichtig zu wissen, dass Kollagen Proteine recht groß sind und dadurch nicht durch die Haut hindurch kommen. Wirklich in der Tiefe wirken tun sie also nicht. Trotzdem wirkt Kollagen sehr gut feuchtigkeitsspendend, indem es sich auf die Haut legt und dort Wasser speichert. Ein Effekt ist auf jeden Fall da, aber anders, als viele denken. 

Bei Kollagen als Supplement sieht es ebenfalls anders aus als in den Werbeversprechen. Die Theorie, dass der Körper das zugeführte Kollagen aufnimmt und genau so als Futter für die Zellen verwertet, geht leider nicht auf. Im Verdauungstrakt wird das Kollagen recht schnell zersetzt und kommt nicht in derselben Form bei den Hautzellen an. Aktuelle Studien kommen also eher zu dem Ergebnis, dass Kollagen, das über die Nahrung aufgenommen wird, keinen massiven Effekt auf den Zustand unserer Haut hat. Zwar gibt es hier und da Studien, die eine Wirksamkeit ein Stück weit belegen, diese werden jedoch dafür kritisiert, dass die Anzahl der Studienteilnehmer zu gering sei oder dafür, dass Hersteller von Kollagen-Supplements diese Studien mitfinanzieren. Mehr dazu kannst Du in diesem Artikel von MedWatch lesen. 

Dein körpereigenes Kollagen kannst Du schützen

Durch Pflege und Ernährung können wir aber in gewisser Weise doch einiges tun, um unsere Kollagenvorräte zu schützen. Freie Radikale im Körper sorgen mit dafür, dass das Kollagen schwindet. Daher gilt es, freie Radikale zu minimieren – beispielsweise durch die Aufnahme von Antioxidantien über die Ernährung oder Cremes und Seren.  Eine frische, ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse ist die beste Basis dafür. Alkohol und Zucker gelten hingegen als besonders schädigend für unsere Kollagenfasern und sollten im Sinne einer jungen Haut nur in Maßen konsumiert werden. 

 Als Wirkstoffe in der Gesichtspflege werden besonders Retinol und Sonnenschutzprodukte mit einem hohen UVA- und UVB-Filter empfohlen.  Diese Wege sind weitaus günstiger und wissenschaftlich besser belegt als neuartige Kollagen Supplements. 

Es gibt übrigens eine weitere, sehr moderne aber auch sehr kostspielige Methode, die körpereigene Kollagenproduktion wieder in die Gänge zu bringen – darüber spricht Dr. Neda Nabavi im Interview mit ZAUBERBLICK (und psst. J.Lo verwendet diese Methode mehrmals im Jahr und sieht, wie wir wissen, hammer aus!) 

 

 

Credit: istock

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