Kreislaufwirtschaft: So wird Kosmetik wirklich nachhaltig verpackt

Pappkarton statt Plastikfolie und schon ist das Kosmetikprodukt umweltfreundlich verpackt? So leicht geht die Rechnung leider nicht auf. Um Kosmetika wirklich nachhaltig zu verpacken, muss eine Kreislaufwirtschaft der Verpackungsrohstoffe erreicht werden, die von vorne bis hinten durchdacht ist. Wie das funktionieren kann und woran es oft scheitert, fassen wir für euch zusammen. 

Status Quo: So wird Kosmetik aktuell verpackt

In der Kosmetikindustrie wird viel Unheil getrieben – nicht nur, was die Inhaltsstoffe angeht, sondern eben auch bei den Verpackungen. Greenwashing ist ein verbreitetes Problem mit dem Unternehmen versuchen, umweltfreundlicher wahrgenommen zu werden, letztendlich aber weniger ökologisch als absatzorientiert handeln. Laut einer Umfrage von Statista aus dem Jahr 2020 wünschen sich 91% der Befragten Deutschen mehr Produkte ohne Plastikverpackung, 90% fordern vom Handel entsprechende Alternativen anzubieten. 

Plastik ist als Verpackungsmaterial aber nach wie vor sehr verbreitet und auch nicht komplett zu verteufeln. Falsch oder gar nicht recyceltes Plastik allerdings schon. 

Kreislaufwirtschaft: So werden Kosmetikverpackungen durchweg wiederverwertbar 

Um Kosmetikverpackungen von vorne bis hinten nachhaltig zu gestalten, braucht es den guten Willen und die Umsetzung vieler – nicht nur eine funktionierende Sortieranlage.  Angefangen bei der Produktion, über das korrekte Recycling durch die Konsumentinnen bis hin zur erfolgreichen Wiederverwertung durch Recyclinganlagen. Schauen wir mal genauer hin: 

Um Verpackungen möglichst nachhaltig zu machen, sollten sie im ersten Schritt vom Hersteller auf ein Minimum reduziert werden – Stichwort nachhaltiges Verpackungsdesign. Eine nachhaltige Verpackung besteht, einfach gesagt, aus nachwachsenden, recyclingfähigen Rohstoffen. Glasflasche in Pappkarton verpackt und mit Plastik verschweißt? Hm.

Für Konsumentinnen muss zudem klar deutlich gemacht werden, wie die Produktverpackung zu entsorgen ist: Was landet in der Papiertonne, was im gelben Sack oder Hausmüll und was im Glascontainer? Um die Entsorgung möglichst leicht zu machen, sollten vom Hersteller keine Materialien gemixt werden, sondern die Verpackung sollte so rein wie möglich sein. Ein klassisches Beispiel ist der mit einem Papieretikett umwickelte Plastik-Joghurtbecher. Solche Materialmischungen stellen Recycler und deren Anlagen vor große Herausforderungen, denn die Maschinen können die Materialien nicht immer voneinander trennen.

Materialfrage: Was ist wirklich nachhaltig? 

Bei den Materialien sind Irrglauben bezüglich der Recyclingfähigkeit weit verbreitet. Während man zunächst annehmen mag, dass sogenannte Biokunststoffe, Holzverpackungen oder mit Papieretiketten ummantelte Plastikgefäße eine umweltfreundlichere Wahl sind, sieht die Realität anders aus. Je exotischer die Wertstoffe (z.B. Biokunststoffe, Netze oder Steingutflaschen), desto schwieriger gestaltet sich das das Recycling. Für diese seltenen Stoffe gibt es schlichtweg keine etablierten Recyclingwege. Eine zu geringe Mengenkonzentration macht Sortierung, Logistik und Verwertung unmöglich, es gibt keine Verwertungskapazitäten. Die bessere, ökologischere Lösung aus Sicht der Recyclingindustrie sind gut recyclingfähige Mono-Kunststoffverpackungen , denn neuartige, vermeintlich nachhaltigere Verpackungsmaterialien sind oft eher Greenwashing als wirklich durchdacht. Mehr zu nachhaltigen Verpackungsmaterialien liest Du auch in diesem Artikel

Neben recycelbarer Wegwerfverpackung ist ein Mehrwegsystem empfehlenswert, bestenfalls aus Glas. Das ist zwar vergleichsweise aufwändig, aber unter allen Gesichtspunkten der grünste Weg für Kosmetikverpackungen, denn Glas kann unzählige Male wiederverwendet werden. 

Zero Waste Kollektion von ZAUBERBLICK: Wir wagen uns an die Kreislaufwirtschaft

Vielleicht hast du sie schon entdeckt oder ausprobiert: Unsere ZAUBERBLICK Zero Waste Kollektion mit dem Hyaluron Serum mit Argireline, dem Skin Repair Serum oder der verjüngenden Gesichtscreme HYDRA CARE LIQUID SILK (hier kannst du ihn Ruhe stöbern) ist seit letztem Jahr erhältlich. Das Konzept: Ein Mehrwegsystem mit wiederbefüllbaren Glasflaschen, in die wir die Produkte für dich bei uns im Salon in Hamburg Uhlenhorst abfüllen. 

Schon mal vormerken: In unserem nächsten Artikel wird ZAUBERBLICK Gründerin und Geschäftsführerin Irina erzählen, wie sie sich an die Einführung der Zero Waste Kollektion herangewagt hat und wie Kundinnen darauf reagieren.  

Action! Beim Recycling bist auch Du gefragt

Wir wollen nicht mit erhobenem Finger vorgehen, aber jeder und jede einzelne kann und sollte einen Teil dazu beitragen, den Recyclingkreislauf zu erleichtern. Nur, wenn alle in der Verwertungskette mithelfen, können wir langfristig eine gesunde Kreislaufwirtschaft erzielen.  Mit diesen 3 Steps triffst Du die nachhaltigere Wahl bei deinen Kosmetikprodukten: 

  1. Check die Verpackung: Entdeckst du unnötige Schichten und Materialien? Weniger ist mehr.  
  2. Alles korrekt entsorgt? Gegebenenfalls musst du die Produktverpackung in ihre Einzelteile zerlegen, um jedes Material ordnungsgerecht zu entsorgen. 
  3. Schau dich nach Alternativen um, falls du in deiner Drogerie oder Parfümerie. Einige Anbieter geben sich große Mühe dabei, Kosmetika und deren Verpackungen nachhaltig zu gestalten, können dies aber noch nicht im großen Rahmen leisten. Gib ihnen eine Chance. 😉

Und noch ein Tipp: Kläre auch deine Familie, Freunde und Kollegen auf – oft mangelt es nicht am Willen sondern daran, dass die Verbraucher nicht wissen, wie Recycling wirklich funktioniert. 

 Mehr zu diesem Thema kannst du beispielsweise bei Böhme GmbH erfahren – auch wir haben die Veröffentlichungen von Stefan Böhme in unsere Recherche einfließen lassen. 

Müll kommt Dir nicht ins Haus – hier haben wir einige Tipps, wie du ohne unnötige Verpackungen einkaufst. 

 

 

Credit: istock

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