Periorale Dermatitis: So erkennst und behandelst Du sie!

Ein geröteter, entzündlicher Hautauschlag in der Mundpartie, der einfach nicht verschwindet – trotz viel Pflege und gründlichster Hautreinigung! Oder verschwindet er gerade deswegen nicht? Möglicherweise handelt es sich dabei um eine Periorale Dermatitis, auch Mundrose oder Stewardessen-Krankheit, genannt. Wir erklären Dir, woran Du diese Hauterkrankung erkennst, welche Ursachen dahinterstecken können und wie Du sie effektiv loswirst.

Was ist eine Perioale Dermatitis und woran erkennst Du sie?

Bei der Perioalen Dermatitis handelt es sich um eine recht verbreitete, chronische Hautkrankheit, die zwar nicht ansteckend aber ziemlich lästig ist. Sie äußert sich durch einen Hautauschlag im Gesicht, vor allem um den Mund herum (vom lateinischen Wort perioal) und am Kinn, in einigen Fällen auch an der Nase oder der Stirn. Die natürliche Schutzbarriere der Haut ist aus dem Gleichgewicht geraten, sie ist an den betroffenen Stellen ist gerötet, schuppig und trocken, zudem bilden sich meist sehr kleine Pickelchen. Bei vielen, aber nicht allen Betroffenen brennt, spannt oder juckt die Haut. Häufig wird die Mundrose verwechseln mit allergischen Reaktionen, Akne, Rosacea oder Neurodermitis, denn all diese äußern sich durch ähnliche Symptome. Eine genaue Diagnose bekommst Du im Zweifelsfall bei Deiner Dermatologin oder Deinem Dermatologen.

Das Problem ist: Viele Betroffene reagieren auf diesen Hautzustand erstmal mit einer noch  gründlicheren Reinigung der Haut und einer Extraportion Pflege, Masken und Co. So geraten sie in einen Teufelskreis, der die Beschwerden verschlimmern kann. Übrigens: Besonders oft betroffen sind Frauen zwischen zwanzig und etwa Mitte vierzig. Sicherlich fragst Du dich: Wie entsteht eine periorale Dermatitis?

Die Ursachen für Periorale Dermatitis

Hier kommen die etwas enttäuschenden News: Ganz klar ist nicht, worin die Ursache für eine Perioale Dermatitis liegt. Immer wieder wird jedoch die Überpflege, also ein übermäßiger Gebrauch von Hautpflegeprodukten als möglicher Auslöser genannt. Viele von uns nutzen bereits morgens mehrere Reinigungsprodukte, Seren, Cremes und Kosmetika, wodurch die Haut mit unglaublich vielen Inhaltsstoffen konfrontiert wird – nicht alle davon wirken sich positiv auf den Hautzustand aus. Die Haut ist überfordert, wird resistent gegen Inhaltsstoffe, sie reagiert mit einer Art Warnstreik und zeigt uns das durch die eben beschriebenen Symptome. Zusätzlich bietet die geschwächte Haut einen idealen Nährboden für Bakterien, wodurch schnell weitere Entzündungen entstehen können.

Bei dem Überangebot und dem massiven Marketing für Hautpflegeprodukte jeder Art ist es jedoch kein Wunder, dass einige Frauen viel zu viel, teilweise unpassende Skincare benutzen. Schließlich sind viele Produkte so hübsch designt, dass man sie einfach haben will, versprechen die tollsten Ergebnisse für das Hautbild oder vermitteln den Eindruck, dass wir sie unbedingt benutzen sollten, auch wenn die Haut eigentlich gar keinen Mangel an diesem oder jenem Wirkstoff hat. Neben der Überdosis Pflege sind weitere mögliche Ursachen der Gebrauch von kortisonhaltigen Medikamenten (vor allem Salben), Stress, Störungen im Magen-Darm-Trakt und hormonelle Verhütungsmittel.

So schwierig es sein mag: Eine Nulltherapie hilft

Ist es erst passiert und die Haut geschwächt, willst Du sie sicherlich schnell wieder in Balance bringen und die unschönen Hautirritationen beseitigen. Die Perioale Dermatitis loszuwerden kann ein langwieriger Prozess sein, der Dir Disziplin und Verzicht abverlangt. Denn: Die wirksamste Therapie, um die Haut wieder in Balance zu bringen, ist eine Nulltherapie. Heißt, Du verzichtest für einige Wochen komplett auf Pflegeprodukte und Make-Up. Auf alle? Ja, auf alle! In dieser Zeit solltest Du alles an Make-Up vermeiden, was möglich ist – die Augen kannst Du Dir am ehesten noch schminken, eine dicke Schicht Make-Up und Puder, um die Rötungen zu überdecken, sind leider extrem kontraproduktiv. Genau genommen sind sogar Sonnencreme und ganz schlichte Feuchtigkeitscreme tabu, daher solltest Du auch pralle Sonne in dieser Zeit meiden. Das Einzige, was an die Haut kommt, ist lauwarmes Wasser zum Waschen morgens und abends.

Ein Hausmittel, das zur Unterstützung angewandt werden kann, ist Schwarzer (Bio) Tee. Die darin enthaltenen Gerbstoffe sollen helfen, die Symptome zu lindern. Lass den Teebeutel kurz in heißem Wasser ziehen, den Teebeutel dann vollständig abkühlen und lege ihn für etwas 10 Minuten auf die gereizten Stellen. Wenn sich das unangenehm anfühlt, entferne den Beutel direkt wieder.

Wenn Skincare-Detox nicht ausreicht: Salben & Antibiotika gegen die Perioale Dermatits

Kannst Du nach mindestens drei Wochen Nulltherapie keinen Unterschied feststellen, solltest Du Deinen Arzt oder Deine Ärztin aufsuchen. Denn: Bei einer nicht abschwächenden, starken perioralen Dermatitis können auch antientzündliche oder antibiotische Cremes verschrieben werden, teilweise auch Antibiotika als Tabletten, um die Heilung von innen voranzutreiben.

In der Regel wirst Du die Periorale Dermatitis mit diesen Behandlungsmöglichkeiten innerhalb von 3-6 Wochen los. Allerdings kann sie, je nach Veranlagung, Hautzustand und -pflege, wiederkehren. Daher ist es wichtig, dass Du dauerhaft eine auf die tatsächlichen Bedürfnisse Deiner Haut abgestimmte Pflegeroutine entwickelst. Ziehe hierfür gegebenenfalls Deine Dermatologin oder Deinen Dermatologen zu Rat.

Vorbeugen kannst Du diese Reizung der Haut zum einen durch eine Pflegeroutine, die Deine Haut zwar unterstützt und mit allem versorgt, woran es ihr mangelt, sie jedoch nicht überfordert und überversorgt. Zum anderen solltest Du stets auf eine frische und gesunde Ernährung, ausreichend Entspannung sorgen, um die Haut bestmöglich bei ihren Stoffwechselprozessen zu unterstützen.

Was uns noch wichtig ist…

…der unschöne Ausschlag um den Mund herum, den die Periorale Dermatitis mit sich bringt, kann dazu führen, dass Du Dich unwohl fühlst und Dich möglicherweise sogar schämst. Tu das nicht! Wie Du gelesen hast, ist die Perioale Dermatitis keine seltene Hautkrankheit und sollte nicht auch noch Deinem Selbstbewusstsein schaden. Liebe Dich und Deinen Körper, auch wenn er mal aus der Bahn gerät, und unterstütze ihn mit voller Power dabei, wieder gesund zu werden.

 

Folgst Du uns eigentlich schon auf Instagram? 

 

Bild: Unsplash

Kennst Du schon unsere hochwertige #lessplastic Hautpflege? Es lohnt sich.