Kosmetiksiegel für Naturkosmetik: Bedeutung und Unterschiede

Auf beinahe jedem Kosmetikprodukt klebt mittlerweile irgendein Kosmetiksiegel. Die Bedeutung all dieser Auszeichnungen ist den wenigsten Konsumentinnen gänzlich klar, dennoch entsteht durch das kleine Symbol schnell ein vertrauenswürdiger Eindruck des Produktes. In diesem Artikel erklären wir Dir, was die unterschiedlichen Siegel für „Naturkosmetik“ über die Produkte aussagen und wie Du sie nutzen kannst, um bewusster einzukaufen. 

Kosmetiksiegel: So erkennst du Naturkosmetik 

Mit der Naturkosmetik ist es so eine Sache: Der Begriff ist nicht rechtlich geschützt, weshalb sich prinzipiell erstmal jede Marke auf die Fahne schreiben kann, mit „natürlichen Zutaten“ oder „Produkten den Natur“ zu arbeiten. Dass die Kosmetikprodukte dadurch frei von Chemikalien sind, steht jedoch auf einem anderen Blatt. Als Verbraucherin kannst Du dich daher weniger auf den Produktnamen, als auf aussagekräftige Siegel verlassen. Die wichtigsten Naturkosmetiksiegel sind BDIH, NaTrue, Demeter und Ecocert. Diese schauen wir uns nun genauer an: Was sind die Anforderungen an die Hersteller, um die einzelnen Kosmetiksiegel zu erhalten? Was sind ihre Vorteile und was ihre Schwächen? 

BDIH-Siegel

Dieses Siegel wird vom Bundesverband der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel vergeben (ganz schön lang, deshalb bleiben wir bei BDIH) und ist weltweit verbreitet. Mittlerweile sind über 13.000 Produkte damit gelabelt. Die zentralen Anforderungen für das Siegel „kontrollierte Naturkosmetik“ müssen von mindestens 60% der Produkte einer Marke erfüllt werden. Die wichtigsten Aspekte haben wir hier zusammengefasst: 

 

  • 15 festgelegte pflanzliche Inhaltsstoffe, u.a. Sheabutter, Olive und Jojobaöl, müssen aus biologischem Anbau stammen, während alle andere Inhaltsstoffe nicht zwangsläufig in Bio-Qualität sein müssen.
  • Nicht verwendet werden dürfen chemisch-synthetischen Stoffe wie beispielsweise Paraffine und Erdölprodukte, Silikone, PEG, synthetische Duftstoffe oder organisch-synthetische Lichtschutzfilter und Farbstoffe. 
  • Die Produkte müssen umwelt- und ressourcenschonend hergestellt und verpackt werden. 

NaTure Siegel 

Das „NaTure“-Siegel ist wohl das mit den strengsten Kriterien, es gliedert sich in drei Kategorien: Naturkosmetik, Naturkosmetik mit Bio-Anteil und Biokosmetik. Mindestens 75% der Produkte einer Reihe müssen die Kriterien des Siegels erfüllen, sodass nicht mit einzelnen Zertifizierungen Greenwashing betrieben werden kann.  Die wichtigsten Kriterien beim NaTure Siegel sind: 

 

  •  Zugelassen sind: 

o   „Natürliche Inhaltsstoffe/Naturstoffe“ sind unveränderte Substanzen aus der Natur, die nur durch physikalische Verfahren oder Fermentierung gewonnen werden können.

o   „Naturidentische Inhaltsstoffe“, beispielsweise Pigmente, Mineralien oder Konservierungsstoffe. Diese sind auf einer Positivliste festgelegt. 

o   „Naturnahe Inhaltsstoffe“ werden durch ausgewählte, zugelassene chemische Reaktionsverfahren aus ausschließlich natürlichen Ausgangsmaterialien von Bio-Qualität gewonnen und sind beispielsweise Fette, Öle, Wachse, Lecithine und Proteine.

 

  • Komplett verboten sind Synthetische Duft- und Farbstoffe oder Erdölderivate. 
  • Alle Verpackungen müssen auf ein Minimum beschränkt und möglichst wiederverwertbar und aus nachwachsenden Rohstoffen sein.

 Demeter Siegel

Demeter nimmt es nicht nur bei den Lebensmitteln, sondern auch bei Naturkosmetika ganz genau und gilt daher als höchste Zertifizierungsstufe für beides. Die Kernanforderungen auf einen Blick:

 

  • Mindestens 90% der landwirtschaftlich erzeugten Inhaltsstoffe müssen aus Demeter-Produktion kommen.
  • Chemisch-synthetische Zusatzstoffe sind tabu. Stattdessen wird eine hohe biologische Abbaubarkeit gefordert. 
  • Alle verwendeten Inhaltsstoffe müssen für die Zertifizierung lückenlos deklariert werden. 

 ECOCERT Siegel 

Das französische Label ECOCERT vergibt weltweit das „ECOCERT COSMOS ORGANIC“ Siegel, dessen Ziel es ist, den Standard für Zertifizierungen möglichst zu vereinheitlichen: 

  • Mindestens 95% der Inhaltsstoffe müssen rein natürlichen Ursprungs sein, davon mindestens 50% der pflanzlichen Inhaltsstoffe aus Ökoanbau. Außerdem müssen die Inhaltsstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden. 
  • Hersteller sollten erneuerbare Ressourcen und Inhaltsstoffe aus ökologischem Anbau fördern. 
  • Sowohl in der Produktion, als auch bei der Verpackung, müssen Prozesse umweltfreundlich und gesundheitlich unbedenklich sein – bei alldem steht die Transparenz vorne an. 

 Kosmetik Siegel für fair gehandelte Inhaltsstoffe 

Darüberhinaus gibt es Kosmetiksiegel, die sich den fairen Handel zum Schwerpunkt gesetzt haben, allen voran das Fairtrade-Siegel für Kosmetik. Dahinter steckt, dass einige Kosmetik-Rohstoffe wie Palmöl, Kokosöl, Kakao- und Sheabutter aus Asien, Afrika und Lateinamerika stammen, wo die Arbeits- und Handelsbedingungen häufig kritisch sind. Werden faire Preise für Kosmetika, beziehungsweise deren Inhaltsstoffe gezahlt, können Aspekte wie Unterbezahlung und miserable Arbeitsbedingungen mindestens verringert werden. 

Wir hoffen, dass wir Dir mit dieser Übersicht die Wahl Deiner nachhaltigen Kosmetika erleichtern. Im nächsten Blogpost nehmen wir Siegel tierversuchsfreie und vegane Kosmetik unter die Lupe! 

 

Credit: Unsplash

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