Wie wertvoll ist Handwerk – und wie geht es weiter? 

Handarbeit

Handarbeit ist wertvoll, keine Frage. Und in den meisten Fällen ist sie auch mit viel Fleiß und Schweiß verbunden. Doch wie wird sich die handwerkliche Branche in der Zukunft verändern? Welche Rolle spielt die Digitalisierung? Und warum wird gutes Handwerk immer teurer werden? Wir geben Euch einen spannenden Überblick. 

Was ist Handwerk?

Im Gegensatz zur industriellen Massenproduktion versteht sich das Handwerk als wirtschaftliche und gesellschaftliche Gruppierung. Es handelt sich um eine gewerbliche Tätigkeit, bei der Produkte und Dienstleistungen meistens auf ausdrücklichen Kundenwunsch gefertigt und vorgenommen werden. In früheren Zeiten wurde alles ausnahmslos von Hand gefertigt, doch heute geschieht vieles durch Maschinenhand. Aber die müssen, wie sollte es auch anders sein, auch von einem Menschen entworfen und gebaut werden. Handwerk eben. 

Doch nicht in jeder Branche kann ein Roboter die Arbeit eines Menschen erledigen. Im kosmetischen Bereich etwa – ja, auch das ist Handwerk! – wäre das ein riskantes Unterfangen. Unser Gesetzgeber gibt deshalb keine genaue Definition preis, Einschränkungen bei der Betriebsgröße und zur Umsatzhöhe gibt es auch nicht. Es müssen allerdings die Voraussetzungen nach dem Gesetz zur Regelung des Handwerks (Handwerksverordnung/HWO) erfüllt werden. Es erfolgt außerdem in der Regel ein Eintrag in die Handwerksrolle der jeweiligen Handwerkskammer. 

Handwerk heute

Von der Tischlerei bis zum Kosmetikstudio: Es handelt sich um einen vielseitigen Wirtschaftsbereich, womöglich um den vielfältigsten in ganz Deutschland. Mit viel Innovationsantrieb bildet der Bereich des Handwerks das Herz der deutschen Wirtschaft. Es steht bereit für den Privatmenschen, den handel, die Industrie und die öffentliche Hand. Durch Handwerk erhalten wir alle ein breites, hochwertiges von Qualität gekennzeichnetes Angebot an Produkten und Dienstleistungen. Individuelle Kundenwünsche können durch gute Handarbeit genau umgesetzt werden.

Es gibt wohl kaum einen Bereich, in dem Innovation und technischer Fortschritt so nahe an Tradition liegen wie im Handwerk. In vergangenen Zeiten geschah alles per Hand, heute gibt es in vielen Bereichen die Möglichkeit, das Handwerk durch Computer unterstützen zu lassen. Natürlich nicht in allen Bereichen des Handwerks. Zu betonen ist allerdings: Auch wenn diese Möglichkeit in einigen Berufsgruppen besteht, lernen Handwerker auch heutzutage noch die traditionellen Techniken. Die gute und umso schönere Nachricht lautet: Alte und vom Aussterben bedrohte Handwerksberufe haben heute wieder Konjunktur.

Hier erfahrt Ihr mehr über den Wirtschaftsfaktor des kosmetischen Handwerks. 

Digitalisierung als Chance nutzen

In den letzten Jahren gab es einen Wandel. Einen Wandel, infolgedessen das Handwerk sein Image aufpoliert hat – ja, sich weiterentwickelt hat. Um wettbewerbsfähig bleiben zu können, haben sich mittlerweile sogar kleinere Betriebe aller Branchen digital aufgestellt. Zum Beispiel durch die moderne Optimierung von Arbeitsprozessen und/oder Buchungsportalen (z.B. Online-Terminbuchung). Ob dadurch Handarbeit flöten geht? Keineswegs. Ganz im Gegenteil. Handwerksbetriebe, die digitale Technologien einsetzen, gewinnen dadurch wertvolle Zeit. Zeit, die sie mehr für ihre eigentliche Aufgabe, das Handwerk, aufwenden können. 

Ein weiterer Vorteil der digitalen Technik: die bessere Auffindbarkeit im Internet. Der Großteil aller potenziellen Kunden sucht sich sein Angebot im Netz. Eine neue und moderne Website dient also der Neukundengewinnung. Auch die Möglichkeit eigener Onlineshops lohnt sich für viele Handwerksbetriebe. So können sie ihre Produkte auch außerhalb ihrer Stadt verkaufen. Die Aufmerksamkeit lässt sich aber auch durch Social-Media-Kanäle wie Instagram, Pinterest, YouTube und/oder Facebook steigern.  Auf Online-Suchportalen wie Yelp können Kunden Bewertungen hinterlassen. 

Handwerk in der Zukunft: Handarbeit wird teurer

Es gibt heute und wohl auch in Zukunft immer weniger erlernte und ausgeübte Personen in Handwerksberufen. Stichwort: Fachkräftemangel. Der Grund? Den sieht der Zentralverband des Deutschen Handwerks in der sinkenden Zahl der Schülerinnen und Schüler im Vergleich zu früher. Aber vor allem gehen immer mehr Schulabgänger zur Universität und studieren. Eine Lehre kommt für die wenigsten heutzutage infrage. Es herrscht ein anhaltender Trend zur Höherqualifizierung. 

Die Folge: Wer gutes Handwerk will, der muss meist mit höheren Preisen rechnen. Die Nachfrage steigt, doch das Angebot sinkt. Zu wenig Fachkräfte in vielen Bereichen.

Dennoch müssen sich Handwerksbetriebe und -geschäfte auf Neuheiten einstellen. Die Digitalisierung wird ihnen dabei helfen, in der Zukunft marktfähig zu bleiben. Und, ganz wichtig: Innovative Verfahren und digitale Lösungen machen die verschiedenen Berufe für die nächste Generation wesentlich spannender.

 

 

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