Alles aus für Tattoos und Permanent Make-Up?

Tattoos und Permanent Make-Up zieren so manch eine unserer Hautpartien und sind ein dauerhaft beliebter Eingriff in unser Äußeres. Ein neuer Gesetzesbeschluss könnte für die Hersteller, die Studios und die Konsument*innen allerdings einen ganz ordentlichen Umstieg bedeuten, denn die bald in Kraft tretende EU-Verordnung verbietet einige der gängigen Inhaltsstoffe. Tattoos in Grün und Blau könnten bald eine Antiquität sein…

Ein neues Gesetz & große Herausforderungen für Tattoos und Permanent Make-Up

Am 14. Dezember 2020 wurde entschieden: Bestimmte Chemikalien und Farbstoffe, die in einigen Tattoofarben und Permanent Make-Up Farben enthalten sind, werden verboten. Hier könntest Du Dich durch die gesamte EU-Verordnung lesen, aber wir haben die wichtigsten Infos für Dich aus dem Bürokraten-Deutsch übersetzt. 

Ab dem 4. Januar 2022 unterliegen bestimmte Chemikalien, die in Tattoo-Farben bisher enthalten sind, den Beschränkungen durch die sogenannte REACH-Verordnung. Diese gilt als eine der strengsten Verordnungen weltweit. Konkret geht es um Chemikalien, die Krebs oder genetische Mutationen verursachen, fortpflanzungsgefährdend sein können, Hautallergene und Reizstoffe sowie die Pigmente mit den Bezeichnungen „Blau 15:3“ und „Grün 7“. Die letzteren werden allerdings erst nach einer vereinbarten Übergangsphase ab dem 4. Januar 2023 verboten – dann könnte es tatsächlich vorbei sein mit bunten Tattoos. Das gilt übrigens nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten EU. 

Deepdive: Was genau ist schädlich an den bisher verwendeten Farben? 

Die Farben, die für Tattoos und Permanent Make-Up genutzt werden, bestehen aus verschiedenen Chemikalien. Die ECHA (European Chemicals Agency) schreibt online über diese Mixturen: “Sie können gefährliche Stoffe enthalten, die Hautallergien und andere schwerwiegendere Auswirkungen auf die Gesundheit wie genetische Mutationen und Krebs verursachen.” Das Risiko liege außerdem darin, dass  Farbpigmente über die Haut in verschiedene Organe wie Lymphknoten und Leber gelangen könnten – vor allem durch die Laser-Tattooentfernung, bei der die Pigmente in kleinste Partikel zerschossen werden und dann im Körper zirkulieren. Weiter heißt es: “Da Chemikalien, die in Tätowierfarben und Permanent Make-up verwendet werden, lebenslang im Körper verbleiben können, besteht auch die Möglichkeit einer Langzeitexposition gegenüber potenziell schädlichen Inhaltsstoffen.”

Viele dieser Stoffe werden zwar seit vielen Jahren überwiegend beschwerdefrei genutzt, die ECHA äußert aber: “Durch die Beschränkung werden jährlich über 1000 Fälle chronischer allergischer Reaktionen verhindert.” Auch, wenn es bei einigen Unmut auslöst, ist das Ziel hinter diesem Verbot, Tattoofarben und Permanent Make-Up Farben für die Konsument*innen sicherer zu machen und deren Gesundheit langfristig zu schützen. 

Wie geht’s für Tattoostudios und Permanent Make-Up Anbieter weiter? 

Überraschend kommt die Verordnung für die Tattoo-Branche nicht, denn die Prüfung der Farbstoffe wurde schon 2015 beauftragt. Doch wirkliche Alternativen konnten laut Bundesverband Tattoo noch nicht entwickelt werden. In einem Statement heißt es: “Eine wirklich einfache und problemlose Perspektive ist schwer zu vermitteln. Was die jetzt zum Jahreswechsel anstehenden Restriktionen angeht, können wir natürlich nicht ausschließen, dass irgendein Hersteller es heimlich still und leise vermocht hat, sämtliche damit einhergehende Probleme zu lösen und plötzlich im Dezember 2021 mit völlig neuen Farben des gesamten Spektrums auf den Markt kommt, die REACH-konform sind.” Das gesamte Statement zur neuen REACH-Verordnung vom Bundesverband Tattoo kannst Du in diesem Statement nachlesen. 

In Hamburg gibt es allerdings schon ein Tattoo Studio, das ganz ohne all die nun verbotenen Stoffe auskommt: Edding. Im Oktober 2020 hat der Schreibwarenhersteller Chilehaus in der Innenstadt das erste Tattoostudio mit veganen Farben aus eigener Produktion „made in Germany“ eröffnet. 

Es wird nun leider schon befürchtet, dass die verbotenen Farben und Chemikalien auf dem Schwarzmarkt boomen könnten. Wir können Dir nur raten, Tattoos und Permanent Make-Ups stets bei seriösen Studios machen zu lassen – der Preis sollte dabei niemals das entscheidende Kriterium sein. 

 

Credit: istock

 

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